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Unsere Abenteuer rund ums Dolmetschen

Hillary Clinton auf der Berlinale

Vivi Bentin dolmetscht bei der 70. Berlinale, unter anderem die ehemalige US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.


„Sie war weder so gut noch so schlecht, wie manche behaupten.“ Gegen eine solche Grabsteininschrift hätte Hillary Clinton keine Einwände. Im Februar war die ehemalige US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin 2016 auf der 70. Berlinale zu Gast und stellte ihre neue Dokuserie „Hillary“ vor, die aktuell auf Sky läuft. Vivi Bentin war im Auftrag des Dolmetscher-Service Braunstein als Dolmetscherin live dabei. Hier hören Sie sie ab Minute 27:00. https://www.berlinale.de/de/im-fokus/videos/vod.html?p=3&view=40126

Und auch wenn sie es zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Vivi dolmetschte auch die Pressekonferenz des diesjährigen Berlinale-Gewinners „There is no evil“ des iranischen Filmemachers Mohammed Rassulof, zumeist ins Englische: https://www.berlinale.de/en/in-focus/videos/vod.html?p=1&view=47817

Vivi Bentin beim 50. World Economic Forum

Als Teil der deutschen Delegation dolmetschte Vivi Bentin während des 50. World Economic Forums in Davos.


Als Teil der deutschen Delegation dolmetschte Vivi Bentin während des 50. World Economic Forums in Davos. Unter dem Motto „Committed to improving the state of the world“ bringt das von Klaus Schwab im Jahr 1971 gegründete Weltwirtschaftsforum alljährlich international führende Wirtschaftsexpert_innen, Politiker_innen, Wissenschaftler_innen, gesellschaftliche Akteur_innen und Journalist_innen zusammen, um über aktuelle globale Fragen zu diskutieren.

d-interp bei der Jahresmitgliederversammlung des VKD

Wie jedes Jahr am letzten Wochenende im Januar machten sich auch dieses Jahr Dolmetscher_innen aus allen Ecken Deutschlands auf zur Jahresmitgliederversammlung des Verbands der Konferenzdolmetscher - so auch d-interp.


Wie jedes Jahr am letzten Wochenende im Januar machten sich auch dieses Jahr Dolmetscher_innen aus allen Ecken Deutschlands auf zur Jahresmitgliederversammlung des Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) – von vielen auch liebevoll „Klassentreffen“ genannt. Auch die Mitglieder von d-interp waren wieder dabei, als in Leipzig am 25. und 26. Januar verbandsinterne Berichte und dolmetschrelevante Entwicklungen des letzten Jahres besprochen wurden. Außerdem wurde ein Teil des Vorstands turnusgemäß neu gewählt, der Aufnahmeausschuss bekam neue Mitglieder und die Region Nord neue Referenten. Auch das Nachwuchsprogramm bekam eine neue Koordinatorin und startete einen neuen, zweijährigen Programmzyklus. In diesem Mentoringprogramm bilden erfahrenen Konferenzdolmetscher_innen mit jungen Kolleginnen oder Kollegen ein Tandem und helfen diesen in den ersten zwei Jahren des Berufsstarts. Nachdem sich unser d-interp-Mitglied Vivi Bentin schon im allerersten Jahrgang als Mentorin zur Verfügung gestellt hatte und danach drei Jahre als Koordinatorin das Nachwuchsprogramm leitete, ist sie auch im Jahrgang 2020-2022 wieder als Mentorin dabei und wird einer jungen Kollegin mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Vivi Bentin dolmetscht bei "Neue Stimmen 2019"

Alle zwei Jahre findet der internationale Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" statt. Diesmal war Vivi Bentin als Dolmetscherin mit dabei.


Alle zwei Jahre findet der internationale Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ statt – so auch in diesem Oktober. Im Halbfinale streiten 20 und im Finale 10 Nachwuchssängerinnen und -sänger um den begehrten Preis. Vivi Bentin war als Dolmetscherin dabei; Sie hören sie im Video u.a. ab Minute 10:00, 33:00 und 1:18:00. Die besondere Herausforderung in diesem Setting: Die Verdolmetschung der inhaltlich sehr dichten und sprachlich sorgsam komponierten Vorstellung der Sänger und der von ihnen vorgetragenen Werke, und das immer genau auf den Punkt.

https://www.youtube.com/watch?v=4YtR32ey7SY

Eröffnung des Remote Simultaneous Interpreting Hub

Die Einladung im Posteingang hörte sich sehr interessant an: „Eröffnung unseres RSI-Hubs in Neuhausen." Unser Mitglied Sabine Kreuzpaintner ist der Einladung gefolgt.


Die Einladung im Posteingang hörte sich sehr interessant an: „Eröffnung unseres RSI-Hubs in Neuhausen.“ Die Mail kam von Neumann & Müller, einem Anbieter von Veranstaltungs- und Konferenztechnik, und RSI steht für Remote Simultaneous Interpreting. Gemeint ist damit, dass die Konferenzdolmetscher nicht direkt im Veranstaltungsraum sitzen, mit Sicht auf Redner, Präsentationen und Publikum, sondern dem Konferenzgeschehen von einem anderen Ort aus folgen und auch von dort aus dolmetschen. Das kann ein separater Raum am Konferenzort selbst sein, wenn z.B. der Konferenzraum zu klein ist, um auch die Kabine mit zugehöriger Technik zu beherbergen, oder der Veranstalter etwa an einem Messestand keine Kabine im für die Besucher sichtbaren Bereich haben möchte. Oder es kann ein Raum sein, der gar nicht mehr in der Nähe des Konferenzorts liegt, sondern vielleicht mehrere hundert Kilometer entfernt in einem RSI-Hub.

Zugegebenermaßen ist letzteres noch eher Zukunftsmusik, immerhin ist der gerade eröffnete RSI-Hub von Neumann&Müller der erste seiner Art in Deutschland. Eben aus diesem Grund war ich neugierig, wie ein solcher Hub wohl funktioniert, für welche Veranstaltungen er sich eignet und nicht zuletzt, wie sich das Arbeiten für die Dolmetscher anfühlt. So habe ich mich gleich für einen der Termine Mitte Juli angemeldet, an dem der Hub Dolmetschern und Kunden vorgestellt werden sollte.

Nach einer kurzen Führung durch die Räumlichkeiten und einer leckeren Tasse Cappuccino gab es erstmal einen Überblick über das Unternehmen und die Beweggründe für die Gründung des Hubs. Branchenzahlen sagen, dass die Anzahl der ausländischen Teilnehmer auf Konferenzen in Deutschland stetig ansteigt. Allein letztes Jahr um 10,9% und um ganze 150% in den letzten 12 Jahren. Mehr ausländische Teilnehmer heißt natürlich auch immer mehr Sprachen, die gesprochen werden, und immer mehr Einsatzmöglichkeiten für Dolmetscher. Letztere müssen oft zum Konferenzort reisen, dort übernachten, es müssen vor Ort Kabinen aufgebaut und nach der Veranstaltung wieder abgebaut werden, die ganze Technik muss hin und wieder weg transportiert werden – kurz und gut, es ist Aufwand, den man vermeiden könnte, würden die Dolmetscher aus einem Hub heraus dolmetschen. Mikrofone, Kameras, Lautsprecher etc. sind an den meisten Konferenzorten sowieso vorhanden und inzwischen ist die moderne Übertragungstechnik auch so weit, dass Bild und Ton in hoher Qualität verlässlich übertragen werden können. Somit stellt die Übertragung an den Hub keinen großen Extraaufwand mehr dar. Im Hub sitzen die Dolmetscher, folgen der Konferenz über einen Bildschirm, hören alles, was vor Ort gesprochen wird und dolmetschen – so als würden sie in einer mobilen Kabine vor Ort sitzen. Und die Teilnehmer vor Ort bekommen den Dolmetschton entweder wie gehabt über UHF- oder Infrarotempfänger auf ihre Kopfhörer oder nutzen ihr Smartphone als Empfänger. Alles natürlich superschnell und supersicher mit diversen Sicherheitsprotokollen verschlüsselt.

Soweit die Theorie. Als Dolmetscherin war ich natürlich hauptsächlich an meinem Arbeitsplatz interessiert – der Dolmetschkabine. Die ist im Hub keine wirkliche Kabine, sondern eher ein kleines Büro (wenn auch fensterlos), mit riesigem Bildschirm an der Wand, bei dem schon ein bisschen Kinofeeling aufkommt. Die Dolmetschpulte sind die neusten ihrer Art, die Tische und Stühle individuell höhenverstellbar und die Klimaanlage wohltemperiert und vor allem leise. Vom Komfort her natürlich ein großer Fortschritt im Vergleich zu den mobilen Dolmetschkabinen. Man merkte sofort, dass sich Neumann&Müller bei der Ausstattung die Unterstützung einer professionelle Konferenzdolmetscherin geholt hatte. Getestet wurde dann natürlich auch – allerdings nur mit einem aufgezeichneten Video. Trotzdem reichte es für einen ersten – durchaus positiven - Eindruck aus.

Alle anwesenden Dolmetscher waren sich einig: der RSI-Hub ist eine interessante Erweiterung der technischen Möglichkeiten beim Konferenzdolmetschen. Nun muss sich in der Praxis zeigen, wann der Einsatz sinnvoll ist. Wir alle sind auf jeden Fall sehr gespannt!

BrandEx - unterstützt von VKD (und d-interp)

Sabine Kreuzpaintner unterstützt den Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) bei der BrandEx


Veranstaltungen wie Kongresse und Konferenzen werden immer internationaler, deren Organisation dank Teilnehmern und Rednern aus unterschiedlichen Ländern immer komplexer. Ein Grund, warum viele Veranstalter gerne auf professionelle Eventagenturen zurückgreifen, die sich um die reibungslose Organisation im Vorfeld und den Ablauf vor Ort kümmern.

Mitte Januar traf sich in Dortmund die Event-Branche zum International Festival of Brand Experience, kurz BrandEx, sowie zum anschließenden BrandEx Award, der kreative Ideen der „Begegnungskommunikation“ auszeichnet. Während des Kongresses wurde in unterschiedlichen Foren über die aktuellen Themen und Trends der Eventorganisation gesprochen – dieses Jahr zum ersten mal in vier Sprachen! Denn einer der Sponsoren der Veranstaltung war der Verband der Konferenzdolmetscher im BDÜ e.V., dem auch alle drei d-interp-Mitglieder angehören. Um der immer größeren Internationalisierung der Branche Rechnung zu tragen, wurden das Hauptprogramm und die größten Foren ins Deutsche, Englische, Spanische und Französische übersetzt – natürlich von den Mitgliedern des Berufsverbands. In einer der englischsprachigen Kabinen im Einsatz war unser Mitglied Sabine Kreuzpaintner.

Und da auf einer Messe der Eventindustrie natürlich neue Veranstaltungsformate ausprobiert werden müssen, fanden die Foren als sogenannter „Silent Talk“ statt. D.h. die Redebeiträge auf den unterschiedlichen Bühnen, die sich alle in der gleichen Messehalle befanden, konnten nur über Kopfhörer verfolgt werden. Durch die fehlende Raumbeschallung war es angenehm ruhig in der Halle - und so blieb auch genügend Gelegenheit für Gespräche mit Kunden und Kollegen. Vielleicht auch eine Idee für Ihre nächste Veranstaltung? Sprechen Sie uns gerne an!

Bildquelle: VKD

Rettet die Weltmeere

Sara Campos Arnoldi dolmetscht bei Greenpeace Javier Bardem


d-interp-Mitglied Sara Campos Arnoldi hatte im Februar die Ehre, für den spanischen Schauspieler und Oskar-Preisträger Javier Bardem zu dolmetschen. Sie begleitete ihn und zwei Meeresbiologinnen von Greenpeace zu einem parlamentarischen Frühstück mit der Grünen-Abgeordneten Steffi Lemke und weiteren Mitgliedern des Bundestags.

Anschließend ging es noch zur Pressekonferenz von Greenpeace im Berliner Ensemble.

Greenpeace fordert die Schaffung eines 1,8 Millionen Quadratkilometer großen Meeresschutzgebietes im Südpolarmeer. Bardem will einen Dokumentarfilm über die Region und die Interessen, welche diese bedrohen, produzieren.

Bildquelle: www.panorama-news.de

Auf der Suche nach dem besten Englisch – d-interp beim Seminar „English Pronunciation Enhancement for Conference Interpreters“

„Warum geht ihr denn zu einem Aussprache-Seminar?“ war nicht nur die erstaunte Frage von Freunden und Verwandten, sondern auch von Kolleginnen und Kollegen, als wir von unseren Plänen für das erste Adventswochenende berichteten.


Unsere Antwort war vor dem Seminar meistens: Na ja, man kann sich ja immer noch verbessern, wir machen sicher immer die gleichen Fehler, Macken schleifen sich ein usw. Aber eine der besten Antworten darauf lieferte der Seminarleiter, Geoff Lindsey, selbst: Aufgrund der vielen komplexen, gleichzeitig ablaufenden Prozesse beim Dolmetschen sprechen wir in der Kabine meist nur unser „zweitbestes Englisch“. Dabei sollte es doch eigentlich unser Anspruch und unser Ehrgeiz sein, stets und ständig unser „bestes Englisch“ zu präsentieren.

„I am obsessed with pronunciation.“ Wer hätte gedacht, dass sich schon in diesem Satz so viele Aussprache-Stolperfallen befinden, angefangen vom Laut „schwa“ [ə], einer Art Hustenlaut oder unfeiner: Grunzlaut, der an vielen Stellen zu finden ist, wo man als Deutsche/r erst einmal ein „o“, „a“ oder „e“ vermutet und gerne auch spricht, z. B. in „to“ [tə], „ago“ [əˈɡəu] oder sogar zwei Mal – einmal lang, einmal kurz – in „interpreter“ [ɪnˈtəːprɪtə]. Allein diesen Laut richtig zu artikulieren, macht die Aussprache schon ein ganzes Stück authentischer – wovon wir uns im Seminar live überzeugen konnten. Minimaler Einsatz, maximaler Gewinn sozusagen.

Aber es gab noch eine ganze Reihe weiterer Aha-Momente. Eine auf Video gezeigte Rede des Ex-EU-Finanzkommissars Jonathan Hill klang zum Beispiel beim Anhören nach glockenklarem, wunderbar verständlichem Englisch. So wie wir uns unsere Redner gerne wünschen und selten bekommen. Beim verlangsamten Abspielen wurde allerdings hörbar, wie viele Vokale und Konsonanten Mr. Hill eigentlich „unterschlägt“, wie viele Wörter verkürzt und zusammengezogen werden, ohne dass irgendeine Verständlichkeitseinbuße einträte.

Interessant wurde es, als wir dann selbst versuchten, es Jonathan Hill gleichzutun. Unvorstellbar, wie schwierig es war, wirklich jede einzelne „j“-, „w“- und „r“-Verbindung authentisch hinzubekommen, ganz abgesehen von den „schwas“. Hier kam auch gleich das von Geoff empfohlene SMART-Übungssystem zu Einsatz (slow, more, anticipate, repeat, turn), das heißt, die Sätze langsam auszusprechen (Konsonanten dehnen, eine sehr interessante Erfahrung!), dabei gefühlt zu übertreiben, die Sätze von hinten aufzubauen, Wörter und Sätze zu wiederholen und ganz am Ende die neu erworbene Aussprache noch einmal mit der alten, „falschen“ zu vergleichen.

Auch an historischen Exkursen fehlte es nicht. So erfuhren wir zum Beispiel, warum heute manche Briten hinter vorgehaltener Hand über das Englisch der Queen lachen: Seit den 1950er Jahren hat sich der Ort der Aussprache bestimmter, vor allem heller Vokale „nach unten“ verschoben, und zwar in der gesamten Gesellschaft inklusive der modernen Oberschicht und den Leitmedien, sodass die vor einem halben Jahrhundert erlernte Aussprache heute antiquiert und aus der Zeit gefallen wirkt.

Nach diesem mehrtätigen Seminar surrte es uns in den Ohren und brummte der Schädel, aber trotz teilweise sehr unterschiedlicher Vorkenntnisse schienen alle Teilnehmer_innen neue Erkenntnisse und Inspirationen aus dem Seminar mitgenommen zu haben. Und wer nun neugierig geworden ist auf weitere Einblicke, z. B. warum man sich nicht nur einbildet, bei „the Obama r administration“ oder bei „Law r and Order“ ein „r“ in der Mitte zu hören, sondern warum dort tatsächlich eines gesprochen wird, dem sei Geoffs Speech Talk Blog auf enlighspeechservices.com ans Herz gelegt – oder das nächste Pronunciation Enhancement Seminar.

Vivi Bentin

Messepräsenz des VKD –
und d-interp ist dabei

Um den Beruf des Konferenzdolmetschers bekannter zu machen und potentiellen Kunden zu erklären, worauf bei der Wahl eines Dolmetschers und der Organisation einer mehrsprachigen Konferenz zu achten ist, plant das PR-Referat des Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) jedes Jahr Messepräsenzen.


Dieses Jahr wurde zusammen mit einem Konferenztechnikanbieter ein Stand auf dem verbaende.org-Infotag Ende Juni in Berlin organisiert. Um den MessebesucherInnen zu zeigen, wie sich eine professionelle Verdolmetschung anhört, wurde am Stand eine Live-Verdolmetschung ins Englische angeboten. In der Kabine schwitzte an diesem extrem heißen Tag unser d-interp-Mitglied Sara Campos Arnoldi zusammen mit anderen Kolleginnen.

Es gab so manche interessierte und beeindruckte ZuhörerInnen, die sich anschließend am VKD-Stand darüber informierten, wo man die passenden DolmetscherInnen findet und worauf es bei der Planung ankommt. Auch die Mitglieder unseres Netzwerks d-interp gehören den großen Konferenzdolmetscherverbänden AIIC (international) und VKD (national) an, arbeiten gemäß der anspruchsvollen Verbandsstandards und beraten Sie gerne bei Ihrer nächsten Veranstaltung.

Du siehst mich – d-interp auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag

„Du siehst mich.“ Unter diesem Titel fand vom 24.-28. Mai 2017 mit mehr als 100.000 Besucherinnen und Besuchern der Deutsche Evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg statt. Sara Campos Arnoldi und Vivi Bentin waren als Dolmetscherinnen dabei, zum Beispiel bei der Eröffnung mit Bundeskanzlerin Merkel und Ex-Präsident Obama. d-interp-Mitglied Vivi Bentin ist hier bei Minute 1:08 und 1:22 zu hören.


Nicht nur das allseits bekannte alttestamentarische „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2. Mose 21, 23-25), sondern auch die sprichwörtlichen „Perlen vor die Säue“ (Matthäus 7, 6) – unzählige Ausdrücke unserer Alltagssprache lassen sich auf die Bibel zurückführen. Und auch der Kirchentag mit seinem gut 500-seitigen Veranstaltungsprogramm steht für die unzähligen Querverbindungen zwischen Religion, Kultur und Politik. So beschäftigte sich Sara Campos Arnoldi in einer Veranstaltung mit dem frischgebackenen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit dem Thema „Verantwortliches Handeln in der Gegenwart“ .

In anderen gedolmetschten Foren widmete man sich dem weltweiten Fleischkonsum oder dem Transhumanismus, der „Selbsterfindung des unsterblichen Menschen“, während in den morgendlichen Bibelarbeiten die Redner_innen – Prediger und Laien, deutsche und internationale Gäste – den jeweiligen Text des Tages interpretierten. Wie allein diese Auswahl zeigt, kommt es beim Kirchentag nicht nur auf die Vorbereitung des Kirchen- und Bibelvokabulars, sondern vor allem auch auf ein breites (religiöses, politisches und gesellschaftliches) Hintergrundwissen der Dolmetscher_innen an. Aber genau diese Herausforderungen sind es, die wir bei d-interp lieben, ganz im Sinne von Matthäus 5, 41: „Und wenn jemand dich zwingt, ein Stück weit mit ihm zu gehen, dann geh mit ihm doppelt so weit.“

(Bilder: privat)

Tags:Berlin, Dolmetscher, Kirchentag